Wo Tiger noch umherstreifen: Länder nach wilden Tigerpopulationen einordnen

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Seit über einem Jahrhundert schrumpfen wilde Tigerpopulationen aufgrund von Lebensraumverlust und Wilderei. Heute sind nur noch eine Handvoll Länder wichtige Hochburgen für diese großartigen Raubtiere. Während die Zukunft der Tiger ungewiss bleibt, führen bestimmte Nationen den Kampf um ihr Überleben. Diese Übersicht ordnet die Länder nach ihrer aktuellen Tigerzahl und hebt sowohl Erfolge als auch aktuelle Herausforderungen hervor.

Indien: Die dominierende Tigernation

Indien beherbergt die größte wilde Tigerpopulation weltweit, mit geschätzten 3.682 Individuen im Jahr 2022. Dies entspricht etwa drei Viertel der verbleibenden wilden Tigerpopulation weltweit. Tiger gedeihen in den Nationalparks und geschützten Wäldern Indiens und profitieren von Schutzprogrammen wie denen rund um den Jim-Corbett-Nationalpark.

Zu diesen Bemühungen gehören strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei, Initiativen zur Vernetzung von Lebensräumen und eine konsequente Überwachung der Brutpopulationen. Die Stabilität weiblicher Tiger bei der erfolgreichen Aufzucht ihrer Jungen ist ein wichtiger Indikator für positive Ergebnisse im Artenschutz.

Russland: Das letzte Gefecht des Amur-Tigers

Russland verfügt über die zweitgrößte wilde Tigerpopulation, wobei etwa 750 Amur-Tiger im russischen Fernen Osten konzentriert sind. Diese Tiger bewohnen ausgedehnte Wälder mit geringer Dichte nahe der Grenze zu China, sodass jedes Männchen ein großes Territorium unterhalten kann.

Nachdem sie fast vom Aussterben bedroht waren, ist die Zahl der Amur-Tiger dank strenger Erhaltungsmaßnahmen und strenger Schutzgesetze wieder gestiegen. Diese Erholung zeigt, dass gezielte Interventionen selbst stark dezimierte Bevölkerungsgruppen stabilisieren können.

Indonesien: Inseln des Überlebens

Indonesien ist insofern einzigartig, als seine verbliebenen wilden Tiger auf die Insel Sumatra beschränkt sind. Die Population besteht ausschließlich aus vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tigern, wobei weniger als 400 ausgewachsene Tiere in freier Wildbahn leben.

Trotz anhaltender Bedrohungen durch Lebensraumverlust, illegalen Wildtierhandel und menschliche Eingriffe wurden durch Schutzgebiete und die Überwachung von Kamerafallen neue Brutpopulationen identifiziert. Die Situation ist prekär, aber Naturschützer arbeiten daran, einen weiteren Rückgang zu verhindern.

Nepal: Eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz

Nepal ist eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz. Trotz seiner geringen Größe hat das Land seine nationale Tigerpopulation durch koordinierte Schutzbemühungen, einschließlich grenzüberschreitender Programme mit Indien, auf 355 erhöht.

Nationalparks unterstützen gesunde Brutpopulationen und strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei haben die jagdbedingten Verluste verringert. Die Fortschritte Nepals beweisen, dass gezielte Interventionen die Tigerzahlen selbst in kleinen Regionen deutlich verbessern können.

Malaysia: Ein kritischer Niedergang

Die wilde Tigerpopulation in Malaysia ist kritisch niedrig: Im Jahr 2022 gibt es weniger als 150 malaiische Tiger. Der Verlust von Lebensräumen und Wilderei haben diese Tiger in freier Wildbahn an den Rand der Ausrottung gebracht.

Aktuelle Naturschutzprogramme versuchen, die letzte überlebende Population zu schützen, bevor die Zahl weiter sinkt. Die Situation in Malaysia unterstreicht die dringende Notwendigkeit strengerer Durchsetzungs- und Lebensraumschutzmaßnahmen.

Der Schutz wilder Tiger erfordert nachhaltige internationale Zusammenarbeit, starke Bemühungen zur Bekämpfung der Wilderei und den Schutz kritischer Lebensräume. Ohne diese Maßnahmen werden diese Spitzenprädatoren weiterhin einer ungewissen Zukunft entgegensehen.

Das weitere Überleben wildlebender Tiger hängt von nachhaltigen Erhaltungsbemühungen, dem Schutz von Lebensräumen und internationaler Zusammenarbeit ab. Die Situation bleibt fragil, aber die Fortschritte in Ländern wie Indien und Nepal zeigen, dass wirksame Maßnahmen einen Unterschied machen können.